Commitment, Joy & Trust
Was Costa Rica mir zeigt, wenn ich bereit bin zuzuhören
Hallo, ihr wunderschönen Menschenkinder,
wie schön, dass ihr da seid.
Heute möchte ich euch mitnehmen in meine letzten Wochen hier in Costa Rica.
Nicht als klassischer Reisebericht. Sondern als Einladung, mitzulauschen.
Mitzufühlen. Mitzuatmen.
Denn was ich hier erlebe, findet weniger im Außen statt –sondern mitten in mir.
Es geht um Momente der Stille.
Um das Loslassen von Kontrolle.
Um körperliche Grenzen, die wehtun.
Und um kleine Wunder, die mich daran erinnern,
dass Vertrauen wachsen darf – auch wenn ich’s nicht planen kann.
Ein stiller Anfang:
„Who is in?!“
Kurz vor Weihnachten habe ich drei Tage lang an einem Workshop teilgenommen, der sich ganz unspektakulär „Who is in?!“ nennt.
Und doch: Es war alles andere als unspektakulär.
Wir haben unsere Handys abgegeben. Unsere Worte auf ein Minimum reduziert (keine Kommunikation außerhalb der Übungen..). Haben unsere Kontrolle abgelegt.
Und sind eingetaucht – in das, was da ist:
Gedanken, Gefühle, Geschichten.
All das wurde einem anderen Menschen gegenüber ausgesprochen – der einfach nur da war. Kein Feedback. Kein Kommentar. Nur Präsenz.
Zwischendrin: OSHO-Meditationen, Kundalini, Tanz. Und ich mittendrin – manchmal ruhig, manchmal sehr aufgewühlt - verbunden mit alten, abgespalteten Emotionen ... aber immer irgendwie geführt.
Was ich aus diesen Tagen mitnehme
- Ich bin es leid, immer wieder meine alten Geschichten zu erzählen. Und das ist gut.
Es zeigt mir, dass ich gerade nicht mehr davon abhängig bin, verstanden zu werden, um mich sicher zu fühlen. - Das Abgeben der Kontrolle war für mich das Herausforderndste.
Doch ich habe es geschafft. Und gelernt:
Ich kann mich halten, auch ohne Fahrplan.
Das bedeutet für mich Freiheit. Lebensqualität. - In der dynamischen Meditation kamen unterdrückte Gefühle hoch – Traurigkeit, Wut.
Es war, als hätte mein Körper sich genau an den Moment erinnert, in dem alles entstand. - Der Free Dance war ein Befreiungsschlag.
Ich fühlte mich so leicht, so lebendig, so sehr im Körper –
als hätte ich mein Leben zurück, ohne Symptome, ohne Einschränkungen.
Dieses Gefühl schenkte mir Vertrauen – in mich, in das Leben, in meine Heilung.
Und dann: Stille
Direkt im Anschluss tauchte ich für sieben weitere Tage ins Schweigen.
Ein Silence Retreat, das leise begann – und innerlich sehr laut wurde & dann wieder ganz ruhig...
Es war nicht immer einfach. Aber ehrlich.
Und ich habe gelernt:
- Still sein und ruhig sein – sind nicht dasselbe.
- Leben & Beziehungen müssen nicht perfekt sein - es reicht, wenn sie "gut" sind.
- Commitment kann innere Freiheit schenken und bedeutet nicht unbedingt einen Verlust.
- Ich liebe Stille. Besonders dann, wenn sie frei gewählt ist.
- Verbindung entsteht nicht durch Worte – sondern durch Wirklichkeit.
Ein Moment, der bleibt
Am vorletzten Tag des Silence Retreats hat sich ein Mensch dazu entschieden, diese Welt zu verlassen.
Ein stiller Abschied – der vieles in mir bewegt hat.
Zuerst war ich in meinem eigenen Prozess.
Gedanken wie: „Was macht das mit meiner Reise?“
„Wie halte ich mich jetzt stabil?“
Ich war sehr bei mir.
Sehr in meiner Linie.
Und dann – sah ich das Gesicht.
Ein Bild von dem Menschen, der gegangen ist.
Und plötzlich wurde mein Herz weit.
Nicht aus Drama. Sondern aus echter Berührung.
Ich konnte Mitgefühl spüren.
Nicht Mitleid – sondern ein leises, klares Verstehen:
Wie tief ein Mensch verzweifeln kann.
Wie traurig es ist, dass wir manchmal in Situationen geraten,
die so groß sind,
dass wir sie allein nicht mehr tragen können.
Es hat mich daran erinnert,
wie wichtig es ist, präsent zu sein – mit uns selbst,
aber auch mit anderen.
Dass jede*r anders verarbeitet.
Und dass nichts selbstverständlich ist.
Nicht das Leben. Nicht die Nähe. Nicht das Dasein.
RIP.
Ein neues Jahr – mit Feuer und Pflanzenmedizin
Den Jahreswechsel verbrachte ich bei der Rock Odyssey –einer langen Nacht ums Feuer, begleitet von San Pedro, getragen von einen DJ, Tanz, einem Altar, der Gemeinschaft & der Dschungelenergie.
UDass ich mich auf Pflanzenmedizin eingelassen habe, war für mich ein leiser Meilenstein.
Ein Ausdruck von Vertrauen – in mich, in meine Psyche, in meinen Weg.
Nicht aus Flucht, sondern aus einem echten „Ja“ heraus. Ein Zeichen innerer Stabilität.
Und doch: Während andere tanzten, flog ich gedanklich oft hin und her –
zwischen Dankbarkeit und Vertrauen,
und Frustration darüber, dass ich mich aufgrund meiner körperlichen Schmerzen nicht so frei bewegen konnte, wie ich es mir gewünscht hätte.Ich wollte fliegen. Aber mein Körper bremste mich.
Ein weiteres Thema zeigte sich: mein altes Gefühl, „rausgeplumpst“ zu sein.
Dieses „Ich bin zwar dabei, aber nicht ganz drin“.In Kreisen. In Gruppen. In der Gemeinschaft hier. Manchmal schubse ich mich selbst raus.Manchmal fühle ich einfach die Verbindung nicht – auch wenn sie da ist.
Ich habe gelernt:
Ich darf beginnen, Seile zu spannen, wo andere schon längst Brücken bauen.
Ich darf Teil sein, auch wenn ich mich manchmal wie eine Beobachterin fühle.
Und ich darf annehmen, dass Bindung für mich oft fluide ist – mehr Prozess als Zustand.
Vielleicht kann ich sie nicht immer halten – aber ich kann sie erleben.
Zu diesem Thema könnte ich wohl einen eigenen Blogartikel schreiben…
Wenn dich das Thema „Zugehörigkeit trotz innerer Distanz“ berührt,
lass es mich gerne wissen. Ich teile gerne mehr.
Auch in dieser Nacht wurde mir bewusst:
Ich kann mich committen – auf meine Weise.
Und jetzt? Zwischen Retreatalltag & körperlichen Grenzen
Gerade bin ich als Kitchen-Mama Teil des Retreats,
verbringe ruhige Tage, genieße kleine Momente, bin viel im Lauschen.
Meine Symptome sind leider immer noch da.
Meine Beine, mein Nervensystem – sie geben täglich Rückmeldung.
Manche Tage kann ich kaum teilnehmen.
Und immer wieder taucht die Frage auf:
Soll ich bleiben oder gehen?
Noch hier Erfahrungen sammeln, obwohl es weh tut?
Oder nach Deutschland zurück, in die Kälte, zum MRT, zur Diagnostik?
Bin ich überfordert? Ja.
Bin ich traurig? Ja.
Und doch: Ich nehme es an. Ich bin da. <3
Magic Moments, trotz allem
✨ Mein erster Skorpion – faszinierend & furchteinflößend zugleich.
✨ Mein erster Rapé-Moment – beim Sonnenuntergang am Meer.
✨ Und das Gefühl, dass Costa Rica weniger das Land meiner Träume ist –
und vielleicht genau deshalb das Land meiner Wandlung.
Was Costa Rica mir (bis jetzt) zeigt
Kein Ort ist nur das, was wir in ihm suchen.
Manchmal ist er auch das, was wir vermeiden wollten.
Ich bin hierher gekommen mit dem Wunsch nach Verbindung zur Natur, zu Menschen, zu Tiefe.
Und was ich bekam?
Konfrontation. Ehrlichkeit. Heilung.
Vielleicht stirbt hier gerade kein Teil von mir –
sondern ich streife einfach alte Häute ab,
lasse Identitäten los,
verabschiede Vorstellungen,
und finde…
mich.